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CHAINGANG JULIA NEUMANN

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Du bist gelernte Historikerin und hast lange beim Film gearbeitet. 

Wie bist Du auf die Idee gekommen, Schmuck zu designen?

Ich komme aus einer gestaltungsfreudigen Familie, meine beiden Eltern waren Architekten. 

Vielleicht hat mich das nach Jahren der Kopfarbeit wieder eingeholt. 

Mit Anfang 30 war mir klar, dass ich gerne etwas mit meinen Händen herstellen möchte, 

mit einem gewissen Nutzen, einer gewissen Praktikabilität. 

Als mich eine Freundin, die ein Schuhgeschäft hatte, gefragt hat, ob ich wisse, 

wo sie schönen Schmuck für ihr Geschäft finden kann, hab‘ ich geantwortet: 

Keine Ahnung, aber ich mach dir welchen! 

Ein halbes Jahr später habe ich meine Entwürfe im damals angesagtesten Geschäft Münchens gezeigt. 

Und ab da ging es dann los, das war 2002.

 

Was ist charakteristisch für Chaingang? 

Mein Schmuck ist individuell und dabei tragbar. 

In der Gestaltung geht es mir immer um drei Elemente. 

Es geht um Farbe, Form und Funktion. Und mein Schmuck macht schöner, er tut sozusagen was für Dich. 

Macht interessanter, lenkt ab, schmeichelt, umspielt, überrascht, setzt Glanzlichter. 

Wenn ein Schmuckstück das nicht leisten kann, ist er hoffentlich nicht von mir. 

 

Gibt es ein Schmuckstück, das über die vielen Jahre Dein Favorit geblieben ist?

Ich mag Ketten zum Durchziehen. 

Diese Technik haben wir zum ersten Mal 2013 in der Kollektion eingesetzt. 

Seitdem ziehen wir das durch…und ich liebe Steinarmbänder, 

recycelte Glassteine aus Meer- und Altglas aus Afrika. 

Wegen der Recycling-Idee und weil sie einfach so schön sind. 

Da bin ich ein riesengroßer Fan. 

 

Dein Lebensmotto?

Ich rechne grundsätzlich nur mit dem Besten! Und wenn mal was schief geht, 

suche ich den Fehler und habe wieder was gelernt! 

 

Was machst Du am liebsten, wenn Du nicht Schmuck entwirfst?

Ich liebe das Meer und meinen Mann! 

Und ich mag überhaupt Menschen gerne. 

Und neue und wiederkehrende Eindrücke, die mich berühren, 

eigentlich egal wo. 

In der Natur, in der Kunst, in der Musik, Literatur, Essen, Trinken… 

ich find auch Yoga ganz ok:) 

Vor der Pandemie hätte ich sicher noch erwähnt, 

dass ich meine Couch ganz gerne mag, aber das hat sich jetzt erstmal erledigt...

 

Und noch eine letzte Frage: 

Warum schließt du den Laden in der Münchner Innenstadt nach fünf Jahren ausgerechnet jetzt?

Liegt das an Corona? 

Ja und nein. Natürlich hat die Corona Zeit die Schwächen von stationärem Handel offengelegt, 

auf der anderen Seite aber auch viele Chancen bezüglich Online-Handel aufgezeigt. 

Nicht nur für die großen Player, sondern auch für kleinere Labels gibt es unglaublich viel Potenzial, online zu verkaufen. 

Und letztlich war der Laden nicht für die Ewigkeit angelegt, 

ich habe davor meinen Schmuck fast 15 Jahre weltweit aber fast ausschließlich über Großhandel verkauft 

und wollte dann einfach mal die Frauen kennenlernen, die Chaingang tragen. 

Und - ganz ehrlich, das war meine beste Idee überhaupt! 

Ich hab die tollsten Kund*innen der Welt! 

Und die will ich ja auf keinen Fall missen. 

Meine Kund*innen sollen jetzt auch bitte alle in die Isabellastraße 12 in der Maxvorstadt in München kommen, 

weil das aber kein Laden, sondern Showroom und Atelier ist, 

sollte man einfach vorher kurz anrufen, einfach damit wir auch sicher da sind.

Aber alle sind sowas von mehr als herzlich willkommen!
 
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